GLASMUSEUM FRAUENAU

Schon wer sich dem Frauenauer Glasmuseum nähert, wird auf die wundervolle Welt des Glases eingestimmt: Die Gläsernen Gärten rund um das moderne Museumsgebäude wurden angelegt, um große Glasobjekte namhafter Künstler aus aller Welt naturnah zu präsentieren.

Der Park ist mittlerweile eine beliebte und bestaunte Attraktion, die zusätzlich Touristen auf der Glasstaße des Bayerischen Waldes anlockt.

Die bedeutendsten Objekte sollen hier noch sukzessive vorgestellt werden.

Die Gläsernen Gärten sind mittlerweile schön eingewachsen und bilden zusammen mit dem Museumsbau eine harmonische Einheit. Dies wird besonders schön am Abend sichtbar, wenn die Künstlerobjekte angestrahlt sind.

Aber besonders im Morgenlicht sind die Gläsernen Gärten eine Oase der Ruhe und Inspiration, wie hier bei den "Stummen Dienern" des heimischen Künstlers Stefan Stangl

Die schön gestaltete Ruhezone um das Museumscafé.

Innen wird der Besucher eingeladen, eine Zeitreise durch 5000 Jahre Glasgeschichte zu unternehmen. Schon im Eingangsbereich wird auch optisch ein schöner Spannungsbogen zwischen phönizischen Anfängen und der Glaskunst der Moderne in den Sammlungen hergestellt.

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Schöne grafische Zitate finden sich für die Barockzeit, die ja als vorindustrielle Zeit zur Gründung zahlreicher Manufakturen führte, so auch zur Errichtung der Hütten im Bayerischen Wald. Die Barockzeit war der Anfang der seriellen Glasproduktion, die dann über die Jahrhunderte zum Blühen dieses Industriezweiges im Bayerischen Wald führte. Dies kann auch anhand der Exponate schön nachvollzogen werden.

Der ästhetische Höhepunkt solcher Serienproduktion war wahrscheinlich das 19. Jahrhundert, vor allem die Zeit des Biedermeiers, die zugleich der Beginn einer Glasverwendung für  breite Bevölkerungsschichten war.  Es war nicht mehr alles Handarbeit, aber auch in der Pressglasproduktion wurden Originalvorbilder vervielfältigt und konnten wesentlich billiger angeboten werden.

Im 20. Jahrhundert schließlich wurde Glas endgültig zum Gebrauchsgegenstand, der einem breiten Publikum für die tägliche Verwendung ganz selbstverständlich zur Verfügung steht. Schön angedeutet wird diese Entwicklung durch die stilisierte Kaufhausrolltreppe, die in den 60er Jahren Einzug in die großen Konsumtempel hielt - auch dies ist schon wieder eine überholte Epoche. Mit dem Konsumdenken der Kunden begann der Preisverfall und mit ihm der Niedergang der Glasproduktion im Bayerischen Wald!

Eindrucksvoll ist auch die Gestaltung ganz im Kern der Ausstellung, die die Arbeitswelt der Glasproduktion zum Gegenstand hat. Auch hier werden Original-Arbeitsgeräte und räumliche Elemente in einen schönen Kontext gestellt, was sehr instruktiv ist ohne zu museal zu wirken!

Die Zeitreise im Inneren des Museums wird dann wunderbar ergänzt durch die Sammlungen zu zeitgenössischem Kunstglas, die auf der lichtdurchfluteten Nordseite über zwei Etagen ideales Tageslicht haben, um gut zur Geltung zu kommen.

Diese Sammlungen lassen das Herz des Glasbegeisterten höher schlagen, repräsentieren sie doch sowohl die Studioglasszene als auch das moderne Kunstglas der Gegenwart.

Und last not least natürlich das, was uns Sammler am meisten umtreibt: Die Schnupftabakgläser, die mit der Sammlung der Schaeferstiftung mittlerweile die bedeutendste Ausstellung dieser Art darstellen.

Dieser Artikel wird noch fortgesetzt.

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