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  • Holger Freese

2. Ofenaktion in der Rotwaldhütte

Klein aber fein war die Gemeinschaft der Bixlsammler, die sich am vergangenen Samstag in der Rotwaldhütte einfand, um bei der zweiten Ofenaktion die Entstehung von Tabakgläsern "live" mitverfolgen zu können und sich vielleicht sogar sein Wunschglas herstellen zu lassen. Heinz Dick war jedenfalls bestens vorbereitet und hatte in den Tagen zuvor schon Mascherlstäbe zusammengestellt und aus Zapfen dünnere Uranstäbe gezogen, um sie zu mehrfarbigen Gläsern verarbeiten zu können.


Es entwickelte sich so ein munterer Tag, den alle Angereisten sichtlich genossen, da sie ihn mit Ratsch, Erfahrungsaustausch und schließlich dem immer wieder großartigen Erlebnis des Glasmachens am Ofen zubringen konnten. Und jeder bekam schließlich sein Wunschbixl, was allein schon eine schöne Erinnerung an eine Zeit sein wird, die nun rapide zuende geht. So gab es leider einige Hiobsbotschaften aus der Glasmacherszene, die schon für die nächste Zukunft schlimmes befürchten lassen. Die paar Glasmacher, die es überhaupt noch gibt sind (wie neu Hans Auerbeck mit der Ofenlöschung bei Eisch) ohne Haupterwerb und selbst an der Glasfachschule stehen Umbrüche an, die nicht optimistisch stimmen.


Wir als Sammlerverein können da kaum gegensteuern, aber wenigstens unsere Nachfrage könnte punktuelle Lichtblicke liefern. Das war auch der tiefere Sinn der Idee mit den Ofenaktionen - ist nur leider nicht bei allen angekommen, wie die insgesamt doch eher enttäuschende Teilnahme zeigt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!


Das "Fähnlein der Aufrechten" hatte jedenfalls viel Spaß in der Rotwaldhütte und unser Dank für die schönen Stunden des Sammlerlebens gilt einmal mehr dem Ehepaar Dick.



Gespannt wird das Geschehen am Ofen verfolgt



Der Heinz hatte schon Mascherl- und Uranstabkombinationen vorbereitet, die die Wahl des eigenen Bixls erleichterten




Auch unser treues Mitglied, der waschechte Schnupfer Kurt Hertenberger, hatte es sich nicht nehmen lassen, aus Franken anzureisen. Seine kunstvollen Silber-Verschlüsse hatte er natürlich auch dabei...



Das könnte was für mich sein...



Es hat ein bisschen gedauern, bis der Heinz "warmgelaufen" war; dicke Stäbe lassen sich aber auch wirklich schwierig aufnehmen.



Die Stabreihenfolge bei Mascherlbüchsln will wohl überlegt sein. Unsere am weitesten angereisten Mitglieder aus Kassel bei der Zusammenstellung ihres Bixls ("Auf diesen Tag haben wir uns schon seit Wochen gefreut!").



Und schon geht's los: Die erwärmten Staberl werden von der Schaufel aufgenommen...



Hier sitzt der Heinz schon am Bankl und formt den Kragen



Dann wird "abgekragelt"...



...und platt gedrückt, danach umgesteckt auf das Hefteisen (nächstes Bild)



Jetzt ist das Endprodukt schon schön erkennbar, die Spannung der Auftraggeber steigt!



Routiniert arbeitet der Glasmacher an der richtigen Kragenformung - was so einfach aussieht ist entscheidendes Können für ein gelungenes Bixl!



Der berühmte letzte Blick - alles perfekt!



Auch der Auftraggeber ist hoch beglückt, sein Bixl entstehen gesehen zu haben. Dieser Moment allein war die Reise wert!



Hans Auerbeck musste hingegen von den traurigen Aussichten eines Berufsglasmachers berichten - es ist ein persönliches Drama, das uns alle nicht nur aus Sammlersicht berührt!



Es gab jedenfalls in jeder Hinsicht reichlich Gesprächsstoff!



Auch dem Heinz hat die Ofenaktion sichtlich Spaß gemacht und er hat uns tolle Produkte geliefert!



Das Ehepaar Dick am Ofen - ein dokumentationswürdiger Augenblick



Zum Schluß hat der Heinz noch auf seiner Steirischen aufgspuilt - was will der Bixlsammler mehr! Danke für diese schönen Sammlererlebnisse.









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