top of page

"Gefangen im Überfang" - Sehenswerte Retrospektive zu ChriSch

  • Autorenbild: Holger Freese
    Holger Freese
  • 18. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Aug. 2025

Das Waldmuseum beherbergt zur Zeit zwei Ausstellungen unter dem gemeinsamen Thema "Gefangen im Überfang".


Zum Einen können wir eine wirklich schöne Retrospektive des Gesamtwerkes von Christian Schmidt unter seinem Motto "50 Jahre am Bock" bewundern, bei der es natürlich Überfanggläser vom Feinsten, dem bevorzugten Medium des Künstlers, zu sehen gibt, aber auch einen Blick auf das grafische Schaffen.


Der zweite Teil der Ausstellung und vor allem die unter dem Thema zusammengetragenen Werkstücke lassen leider nicht immer erkennen, was sie für einen Bezug zum Überfang-glas haben sollen. Zwar gibt es ein paar erklärende Poster zur Herstellungstechnik, in der übrigen Dekoration mit antiken Möbelstücken werden allerdings eher zweitklassige Stücke gezeigt und auch zahlreiche Zuordnungsfehler erkennbar (Beispiel: Die gezeigten Opakgläser haben nicht viel mit Überfangtechnik zu tun). Hier fehlte offenkundig die ordnende Hand eines Kurators!


Blick in den Ausstellungsraum zu "Gefangen im Überfang"
Blick in den Ausstellungsraum zu "Gefangen im Überfang"

Doch wenden wir uns dem positiven Teil der Ausstellung, der Werkschau Christian Schmidts zu.


Eine solch eindrucksvolle Retrospektive über 50 Jahre künstlerischen Schaffens zusammenzustellen ist wirklich großartig. Der lichtdurchflutete Raum des Dachgeschosses lieferte hierfür den idealen Standort.




Die Fensterflächen konnten für die transparenten Scheiben trefflich genutzt werden.
Die Fensterflächen konnten für die transparenten Scheiben trefflich genutzt werden.

Die besten Werkstücke steuerte der österreichische Sammler und Kunstmäzen Erwin Schütz bei, dessen Stücke die künstlerische Einzigartigkeit des phantasievollen Schaffens Christian Schmidts eindrucksvoll unter Beweis stellen.


Nur ein Zweifach-Überfang, aber dank virtuoser Schleif- und Gravurtechnik außerordentlich nuancierte Schattierungen der fein ausgearbeiteten Gestalten
Nur ein Zweifach-Überfang, aber dank virtuoser Schleif- und Gravurtechnik außerordentlich nuancierte Schattierungen der fein ausgearbeiteten Gestalten

Das absolute Highlight der Ausstellung ist aber das kleine, völlig dunkele Kabinett mit insgesamt fünf Vasen, die vor allem durch die Vielfarbigkeit imponieren. Dies wird durch Teilüberfänge, die also nicht übereinander liegen wie Mantelüberfänge, erreicht. Atemberaubende Lichtwirkung!
Das absolute Highlight der Ausstellung ist aber das kleine, völlig dunkele Kabinett mit insgesamt fünf Vasen, die vor allem durch die Vielfarbigkeit imponieren. Dies wird durch Teilüberfänge, die also nicht übereinander liegen wie Mantelüberfänge, erreicht. Atemberaubende Lichtwirkung!
Hier alle fünf Vasen
Hier alle fünf Vasen

Große Fenstertransparente
Große Fenstertransparente

Chrisch graviert/schleift von außen (was durch den Spiegel schön sichtbar gemacht wird), die umwerfende Dreidimensionalität offenbart aber der Blick in den Innenraum der Vase!
Chrisch graviert/schleift von außen (was durch den Spiegel schön sichtbar gemacht wird), die umwerfende Dreidimensionalität offenbart aber der Blick in den Innenraum der Vase!

Wundervoll fein ausgearbeitete Schale, Technik wie vor
Wundervoll fein ausgearbeitete Schale, Technik wie vor

Es muss nicht immer Überfang sein - auch Kristallglas eignet sich hervorragend für Chrischs Bilderkosmos
Es muss nicht immer Überfang sein - auch Kristallglas eignet sich hervorragend für Chrischs Bilderkosmos

Skizzenbücher geben einen schönen Blick auf das grafische Werk Chrischs
Skizzenbücher geben einen schönen Blick auf das grafische Werk Chrischs

Eine Collage aus der Frühzeit - Chrisch, der Glaspunk
Eine Collage aus der Frühzeit - Chrisch, der Glaspunk

Zu der wirklich sehenswerten Werkschau dieses großartigen Künstlers hat Erwin Schütz ein 2sprachiges Buch herausgegeben, das sich auf über 230 schön bebilderten Seiten mit Leben und Schaffen dieses wahren Glaskünstlers befasst.


Kostet 39.- gut angelegte Euro, erhältlich solange Vorrat reicht im Waldmuseum Zwiesel.



Holger Freese

 
 
 

Kommentare


bottom of page