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  • Holger Freese

Bixlmacher-Nachwuchs an der Glasfachschule!

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Voller Interesse und Respekt verfolgen Schüler und Bixlsammler die Tätigkeit des Meisters Alois Saller!



Liebe Tabakglasfreunde,

das Wochenende fing recht stürmisch an, aber der vorhergesagte Orkan verlief dann doch wesentlich friedlicher, so das auch weiter anreisende Teilnehmer an der Glasmacher-fortbildung für die Glasfachschüler unter der Anleitung von Rudi Weber und Alois Saller pünktlich ankamen. Dass diese Schulung durch einen versierten Bixlmacher nun schon das zweite Mal stattfinden konnte, ist der Initiative des Gläsernen Winkels zu verdanken, denn Rudi Weber hat als Fachlehrer an der Glasfachschule und Vorstand natürlich unmittelbaren Kontakt zu interessierten jungen Glasmachern - da wächst etwas heran, was Hoffnung für die Zukunft der Glasmacherei weckt. Immerhin sieben junge Glasmacher interessieren sich für's Bixlmachen!!!


Dies wollten auch wir als Netzwerk Tabakglas unterstützen und fördern und sei es nur durch Präsenz in der Hütte und anschließendem Beisammensein bei einer zünftigen Brotzeit, die wir diesmal den fleißigen, wissbegierigen Nachwuchsglasmachern stiften konnten.


Aber das Schönste war doch - endlich einmal wieder zusammentreffen, Glasmachen erleben, sich austauschen. Hoffentlich haben wir diese unsägliche Pandemie nun bald endgültig überwunden und können zum normalen Leben zurückkehren, wozu auch das Vereinsleben des Netzwerk Tabakglas gehört.

Nun aber endlich die erhofften Bilder - selten, dass auch der Fotograf einmal mit Muße arbeiten konnte, denn meist waren Fotoaufnahmen ja schon wegen der Unfallgefahr in der Ofenhalle nicht erlaubt. Diesmal also mit offizieller Erlaubnis der Schulleitung, Herrn Gunther Fruth, wofür wir als Verein uns natürlich besonders bedanken möchten.



Immerhin acht Vereinsmitglieder konnten als Zuschauer an der Bixlmacherfortbildung teilhaben. In der Mitte der neue Schulleiter, Gunther Fruth im Gespräch mit Heiner Schaefer



Als erstes zeigte Alois den jungen Glasmachern die Herstellung der erforderlichen Halbzeuge, hier das Ziehen von Fadenglas-Stangen für die Weiterverarbeitung.



Präzision und trotzdem Schnelligkeit - das ist eine der wesentlichen Fertigkeiten, die ein Glasmacher beherrschen muss, wenn er ebensolche Werke erzielen möchte. Hier sitzt jeder Handgriff und zwar traumwandlerisch! Da wollen sie alle hin!



Während des Ziehens muss die Stange durch Blasen punktuell gekühlt werden, um ein Reißen zu verhindern. Das Fadenziehen ist immer wieder eine spektakuläre Aktion auch für die Zuschauer.



Die Schüler helfen kräftig mit, wenn es darum geht, benötigte Werkzeuge vorzubereiten, hier den Schneidbrenner für die Teilverwärmung eines Fadensglaszylinders.



Die Fadenstäbe werden von der vorgewärmten Schaufel auf das farbige Kölbl aufgerollt...



...aus den aufgerollten Fadenstäben wird ein Zylinder gebildet und anschließend verschlossen.



Mit den Schneidbrenner wird der Zylinder teilverwärmt, um ihn in beliebiger Weise horizontal verdrehen zu können.



Hier sieht man schön, wie Alois das glühende Werkstück gegeneinander verdreht.



Nach der Kolbenbildung mit dem Wulgerholz wird der Kragen geformt - auch hier höchst aufmerksame Fachzuschauer.



Hier wird die Schaufel für ein Murrinebixl vorbereitet - technologische Fragen beantwortet der Meister ganz nebenbei!



Die im Ofen vorgewärmten Murrineabschnitte werden auf einen opaken Innenüberfang aufgerollt.



Und dann wird daraus ein gleichmäßiger Zylinder gerollt.



Auch Franz Straub ließ es sich nicht nehmen, auf einen Ratsch mit dem Glasmacher-nachwuchs vorbeizuschauen.



Miguel Schwenk ist hat schon einige Erfahrung im Bixlmachen und wollte dies natürlich vor den Augen der Lehrer unter Beweis stellen. Sieht ziemlich gut aus!



Da schauen die Lehrer und Meister natürlich schon genau hin - paßt scho!



Ja, das Stück hält auch der kritischen Prüfung des Meisters stand! Glückwunsch, wir Sammler freu'n uns doppelt!



Murrine-Staberl-Kombinationen sind eine der Spezialitäten Alois Sallers - also werden auch die Nachwuchsglasmacher hierin geschult.



Und immer genau hinschauen, was man sich beim Meister abschauen kann, selbst wenn es Routinehandgriffe sind.



Hier wird schon der Zylinder gewalzt.



Hier ist schon recht gut sehen, was am Ende rauskommt.



Mit der Feile wird der Kragen angesägt und anschließend mit einem kurzen Schlag von der Pfeife getrennt, danach beginnt die Feinarbeit der Kragenformung am Bankerl - tausendfach geübt, jetzt bald von den Jungen übernommen.



Das fertige Bixl, vor der Ablage im Kühlofen - das war's für heute, Feierabend!



Nach soviel Schaffensfreude von Meister und Schülern haben sich alle eine kräftige Brotzeit verdient. Da konnten wir uns als stiftendes Netzwerk Tabakglas für vier Stunden erstklassige Information über das Bixlmachen revanchieren - Wiederholung fest geplant!


Fazit: Unsere Teilnahme an der Nachwuchsfortbildung war eine echte Bereicherung eines jeden Sammlerlebens, denn es ist wichtig, dass auch die Sammler wissen, wie die Gegenstände ihrer Leidenschaft entstehen. Nur so wächst die Wertschätzung dafür, wieviel mühselige Arbeitschritte für eines der Prachtstücke in der Sammlung gefordert waren.


Es war daher sicher nicht die letzte Nachwuchsfortbildung in der Glasfachschule, an der wir als interessierte Beobachter teilnehmen wollen. Ganz nebenbei ist die Hoffnung gestiegen, dass wir auch künftig noch das ein oder andere Sammlerstück werden erwerben können.


Stephanskirchen, 20.02.2022


Holger Freese












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