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  • AutorenbildHolger Freese

Die BIXL 2024 in Zwiesel

Aktualisiert: 28. März

Am Wochenende vor Ostern trifft sich die Welt der Bixlhersteller und der Sammler zur traditionellen Ausstellung der neuesten Kreationen, die zugleich einen aktuellen Stand der Bemühungen um den Erhalt der Bixlherstellung darstellt. Der Niedergang, hervorgerufen durch Hüttenschließungen und dem Erreichen des Rentenalters einiger "alter Hasen" verheißt nichts Gutes für die Zukunft unserer Sammelleidenschaft, aber es gibt immer noch einige Hoffnung, die vor allem in der Tatsache begründet ist, dass dieses Jahr immerhin 30 Aussteller vor Ort waren, davon die Hälfte Berufseinsteiger, d.h. Schüler an der Glasfachschule.


Letztere präsentierten zum Teil erstmals ihre ersten Versuche, sich der Bixltradition des Bayerwaldes glasmacherisch anzunähern und ein Gefühl für die Techniken zu entwickeln. Hierauf wiesen auch die Redner wie Direktor Gunther Fruth und der Betriebsrats-vorsitzende der Zwiesel Glas AG, Raimund Mathe in ihren Grußworten hin.


Uns Sammler interessiert jedoch letztlich das, was "hinten rauskommt", sprich, was an Qualität und Neuheiten ausgestellt und ob dies zu angemessenen Preisen angeboten wird. Ich enthalte mich an dieser Stelle bewusst eines Kommentares, die nachfolgenden Bilder sollen Ihnen helfen, sich selbst ein Urteil zu bilden.



Gut besucht war sie schon einmal, die BIXL und fand freudiges Interesse der Betrachter



Fachschuldirektor Fruth zeigte sich in seiner Ansprache vor allem stolz auf den Mut vieler Glasfachschüler, bei der BIXL erstmals ihre Werke zu präsentieren, was nicht hoch genug geschätzt werden könne. Auch so gäbe es eine Zukunft für die Glasmachertradition der Stadt Zwiesel.



Als Vertreter der Zwiesel Glas AG trat deren Betriebsratsvorsitzender Raimund Mathe auf, der schon durch seinen Vater Fritz Mathe das Bixlmachen aus nächster Nähe erlebt hat und sich begeistert von der Vielfalt der diesjährigen BIXL zeigte.



Die aktuelle Glaskönigin Susanne Glanzner, selbst Glasmacherin und auch Ausstellerin, eröffnete schließlich zusammen mit Vereinsvorstand Rudi Weber die diesjährige BIXL.



Absoluter "Hingucker" war der phantastische Schliff von Manfred Straßner, der das Bixl in 3

Theresienthaler Farben wunderbar veredelte und gekonnt präsentierte. Es war auch als erstes verkauft!



Max Straub zählt mit seinen jungen Jahren schon fast zu den Etablierten und auch seine Arbeiten - vom Comiczeichnen beeinflusst - gewinnen immer mehr an individueller Handschrift.



Technisch hochinteressant sind auch die Arbeiten des Glasbläsers Gabriel Felix, denn es handelt sich nicht um Malerei, sondern eine spezielle Lampenarbeit (Google-Suche "dot stack", dann hervorragendes Video zu dieser Technik auf der Plattform Vimeo "How to make a dot stack pendant"), mit der die Farben von feinen Farbstäben aufgeschmolzen werden.



Christian Straub ist Graveur und Glasmacher, eine ideale Kombination, um unsere Sammelleidenschaft am Leben zu erhalten. Die gezeigten Werke stimmen hoffnungsvoll.



Eine ganz eigene Formensprache entwickelt die Glasmacherin Susanne Glanzner, die Grenze zum Flakon ist erkennbar - man kann darin aber auch Butterl sehen. Überhaupt fällt auf, dass die Damen die experimentierfreudigsten Fachschüler sind.



Die Glaskünstlerin Magdalena Geiger kann aus einer Hand fertigen, denn sie ist

Glasmacherin und -malerin.




Sehr gelungene Arbeiten zeigten auch 2 erstmals ausstellende Nachwuchskünstlerinnen



Aber auch Altmeister wie Rainer Pscheidl ließen sich nicht lumpen und steuerten ansehnliche Neukreationen in bewährter Qualität bei.



Die schönen Rohlinge in Transparentüberfang von Rainer Pscheidl veredelte Thomas Kufner sehr effektvoll mit fein polierten Kerbschliffen.



Rainer Metzger und seine liebste Genremalerie auf Bixln - Ofenszenen mit einer unglaublichen, atmosphärischen Dichte. Glaskunst der Spitzenklasse!



Last not least das von der Glasfachschule entwickelte, handliche Gebrauchsbixl für den Tagesbedarf eines Schnupfers - passt in jede Hosentasche und vermeidet Plastikmüll!



Für rockige Musikeinlagen aus den 70ern sorgten wieder Chrisch and Friends, diesmal sogar mit Bass und Schlagzeug.


Fazit: Dem Team des Gläsernen Winkels e.V., allen voran Rudi Weber und Franz Straub + Family ist es wieder gelungen, eine stimmungsvolle Leistungsschau auf die Beine zustellen, vor allem den glasschaffenden Nachwuchs zu präsentieren. Herzliche Gratulation dazu!


Bleibt zu hoffen, dass so allen Beteiligten eine positive Zukunftsaussicht eröffnet wird, die auch uns Sammlern zugute kommt!


Holger Freese

im März 2024




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