Preisverleihung des Snuff Glass Awards der Firma Pöschl - Der Aufbruch geht weiter!
- Holger Freese
- 8. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Als uns Ernst Pöschl im vergangenen Jahr bei einem freundschaftlichen Treffen der ehemaligen Jury des Gletscherprise-Glaskunstpreises verkündete, dass die Firma Pöschl einen neuen Wettbewerb mit dem Namen Snuff Glass Award unter der Leitung seiner Tochter Katharina plane, herrschte zunächst Skepsis. Waren doch schon über zehn Jahre seit dem letzten Gletscherprise-Wettbewerb vergangen. Vor allem aber hatte sich seitherdie Gesamtlage der Glasschaffenden dramatisch verschlechtert: Angesichts schlechter Berufsaussichten erlernen kaum noch junge Leute das Glasmacherhandwerk und auch die Veredlungsberufe klagen, schlicht und ergreifend, weil sie keine Tabakglas-Rohlinge mehr erhalten. Zudem gehen viele altgediente Glasmacher in den wohlverdienten Ruhestand, können also auch den nötigen Wissenstransfer nicht mehr leisten.
Was schon vor drei Jahrzehnten begann, sezte sich also dramatisch fort. Wie junge Leute motivieren, wie Läufer, vor allem Sammler, begeistern,wie dabei die identitätsstiftende Tradition des Schnupftabakbixls erhalten und zugleich fortentwickeln? Als Ernst Pöschl 1998 erstmals einen Wettbewerb der Glasschaffenden auslobte, bestand eine ähnliche Situation, ausgelöst durch das Hüttensterben der gerade beginnenden Globalisierung. Es sollten Nischen gefunden werden für die Glasschaffenden und der damalige Schub an Kreativität und Innovation sucht bis heute seines Gleichen.
Seit Jahren nimmt die Zahl der Glasschaffenden aber ab, dennoch waren vor allem die Verantwortlichen der Glasfachschule immer bemüht, ihren Schülern neben solider Ausbildung auch Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Daher lag es nahe, wieder einen Wettbewerb der Besten ins Leben zu rufen, auf dass ein erneuter Aufbruch gelänge, der die Tradition ehrt, aber auch neue Formen findet, um auch im 21. Jahrhundert neues Interess am Schnupftabakglas zu erwecken. Die Idee des nun als Snuff Glass Award titulierten Wettbewerbs war geboren und in Zusammenarbiet von Glasfachschule und der Firma Pöschl unter der Leitung von Katharina Pöschl wurde intensiv an der Umsetzung gearbeitet. Das nachfolgend Gezeigte ist eine Zusammenfassung der am 10. Oktober 2025 vorgenommenen ersten Verleihung des neuen Glaskunstpreises, der jeweils 4 Preisträger in 3 Kategorien und einen Sonderpreis beinhaltet.

Preisträger und Verantwortliche von links nach rechts:
Fachschulleiter Gunter Fruth, Glaskönigin Océane Reintgen, Geschäftsführerin Katharina Pöschl, Gabriel Felix, Fabian Bednarik, Iris Haschek, Alexandra Geyermann, Magdalena Paukner, Rainer Pscheidl, Lisa Preußner, Ronald Fischer, Michael Weinfurtner, Franz Straub, Rudolf Weber, sowie der Stv. Leiter des Nationalparks Josef Wanninger und Regierungspräsident von Niederbayern, Rainer Haslbeck
Teil des Neustarts war auch die Wahl der Örtlichkeit für die Preisverleihung ud Ausstellung: Das Haus zur Wildnis bei Ludwigsthal, das das Informationszentrum des Nationalparks Bayerischer Wald ist. Mitten im Wald liegend aber wundervoll eingefügt in die Natur präsentiert sich ein architektonisch interessanter Bau, der hinsichtlich Ausstellungsräumen und Veranstaltungssälen über modernste Mittel verfügt und damit für Veranstaltungen dieser Art als idealer Ort bezeichnet werden kann. Auch der Gastgeber zeigte sich von der Ausstellung über Schnupftabakgläser hoch erfreut, da hier perfekt die traditionelle Zusammengehörigkeit von Natur und Brauchtum gelebt werde.


Der Ausstellungsbereich für Sonderschauen befindet sich im Souterrain des Foyers. Die Bixl sind hier ideal präsentiert und beleuchtet.
Nachfolgend die Preisträger, deren Siegerurkunden von Katharina Pöschl und Regierungspräsident Haslbeck überreicht wurden. Das Gewinnerbixl und die jeweilige Preiskategorie sind auf der Projektion zu erkennen und daher nicht weiter kommentiert.














Natürlich durfte am Ende der Preisverleihung auch eine zünftige Stärkung mit regionalen Leckereien nicht fehlen!
Damit schließt mein Bericht von einer wirklich rundherumgelungenen Veranstaltung in einer wunderschönen Location des Nationalparks. Katharina Pöschl kann man zur Wiederaufnahme des vom Vater begründeten Glaspreises im neuen Gewand des Snuff Glass Awards nur gratulieren, ebenso natürlich der gelungenen Kooperation mit der Glasfachschule Zwiesel unter der Leitung von Gunter Fruth. Erklärtes Ziel beider war es, die Tradition der Bixlherstellung als Identifikation des Bayerischen Waldes zu wahren und dennoch eine Aufbruch zu neuartigen Gestaltungsformen zu initiieren. Last not least die ausgewogene Aufteilung der Preisträger unter "Altmeistern" und "Jungen Wilden" zeigt, dass dies gelingen kann!
Darüber freuen auch wir uns als interessierte Sammlergemeinde und hoffen, dass dieses Event eine Fortsetzung findet.
Holger Freese
Rekonstruierte und gekürzte Version
im April 2026




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